24.07.2010 - "Es gibt keine Piraten auf der Ems"
EZ-Bericht von TINO GIERKE.
Emden. Wie groß ist das Schiff? Wie viel PS hat es und wie schnell ist es? Und überhaupt: Was ist das für ein Schiff? Geduldig beantwortet Kapitän Marc Dulling seinen kleinen Gästen diese und noch viele weitere Fragen. Gute anderthalb Stunden lang können die sechs- bis zwölfjährigen Jungen den Kapitän und die Mannschaft des Schleppers "Finn" bei einem Rundgang durch das Schiff mit allerlei Fragen löchern. Anlass ist eine Aktion des Emder Ferienpasses.
Das besondere Interesse der jungen Besucher gilt dabei der Brücke, die die Kinder im Zuge einer kleinen Abstimmung als ersten Besichtigungspunkt wählen. Die Kommandozentrale der "Finn" bietet mit all den Knöpfen, Schaltern und Reglern den Raum für noch mehr Fragen.
Einige Meter über dem Wasserspiegel erwacht hier bei einigen schon der Wunsch, selbst einmal ein solches Schiff bewegen zu dürfen. So wollen Florian Janssen (9) und Julian Voss (9) auf jeden Fall einmal Schlepperkapitän werden.
Schließlich bekommt man nicht alle Tage die Gelegenheit, rund 2400 PS zu kontrollieren und mit Hilfe des 28 Meter langen und acht Meter breiten Schleppers den großen Schiffen beim "Einparken" zu helfen.
Der Maschinenraum, der anschließend in Augenschein genommen wird, hat zwar ebenfalls viele interessante Dinge zu bieten, beeindruckt jedoch vor allem durch eine nahezu unerträgliche Hitze. "Höchstens mit einem Swimmingpool" würde Miguel Schmitz (11) dort arbeiten wollen, und die allseits verschwitzten Gesichter bestätigen diese Meinung.
Nun gibt es auf der "Finn" zwar keinen Swimmingpool, aber der Kapitän hat vorgesorgt und lädt alle Nachwuchskapitäne auf ein kaltes Getränk sowie einen kleinen Snack auf dem Schiff ein. Ein gelungener Abschluss eines interessanten Nachmittages, finden die zufriedenen Kinder. Trotzdem können sich am Ende nicht alle vorstellen, einmal Schlepperkapitän zu werden.
Eine wesentliche Frage der Besucher wird an diesem Nachmittag allerdings auch nur zum Teil beantwortet: "Was macht der Kapitän, wenn sein Schiff überfallen wird?" Schließlich müssen bei der Berufswahl sämtliche Gefahren abgeschätzt werden. Die simple Feststellung des Kapitäns, dass es gar keine Piraten auf der Ems gibt, hinterlässt auf einigen Gesichtern eine sichtbare Skepsis.
Unausgesprochen schwebt deshalb schon die nächste Frage im Raum: "Was aber wäre, wenn?"
EZ 24.07.2010; EZ-Bild: Gierke
01.07.2010 - Emder Offshore Tage 2010
Es geht um Wind, Offshore-Anlagen, deren Produktion, Vormontage, Logistik, Montage und Instandhaltung auf See. Wir freuen uns, Ihnen zum ersten Mal die Vielfalt der Offshore-Wirtschaft präsentieren zu dürfen. Viele Vortragende erwarten Sie auf der OFF2010 mit Diskussionen, einer familiären Ausstellung und praktischen Beispielen aus der Wirtschaft sowie aus Forschung und Wissenschaft.
Am 16. und 17. September veranstaltet die IHK Ostfriesland/Papenburg und der Hochschule in Emden unter der Federführung von Professor Dr. Gerhard Kreutz, Vizepräsident für Forschung und Dr. Jan Amelsbarg, Geschäftsführer der IHK erstmals die zweitägige Tagung zum Thema Offshore-Technologie und –Wirtschaft.
Gerhard Kreutz nimmt hiermit eine Anregung seiner Kollegen aus dem Fachbereich Technik und Seefahrt auf und möchte ein weiteres Leitbild-Element für die Hochschule entwickeln und bedient sich damit der Organisations-Lehre des Fachbereiches Wirtschaft.
Wie etwa die Automatisierungstage, der Kommunal-Kongress oder Pro-F. Im Fokus dieser Veranstaltung, die OFF2010 heißen soll, wird das hohe Entwicklungspotenzial dieser Technologie stehen. Geplant ist ein Symposium mit internationaler Beteiligung und eine begleitende Ausstellung auf dem Campus. Eine Abendveranstaltung in der Johannes a Lasco-Bibliothek wird das Programm abrunden.
Der Regionalbezug liegt auf der Hand: 30 Windparks werden aktuell in der Nordsee, zehn in der Ostsee geplant. Zwei Prototypen (Alpha Ventus und BARD Offshore 1) stehen schon jetzt in der Nähe von Borkum, sozusagen vor den Toren von Emden. Bis 2030 sollen 15 Prozent des deutschen Strombedarfs durch Offshore-Energie gedeckt werden. Das entspricht 20 Gigawatt. Technologisch führt Deutschland in der 5-Megawatt-Klasse der Windräder. Das Erneuerbare Energiengesetz erhöht die Vergütung für Offshore-Energie.
Die OFF2010 richtet sich an alle, die im Bereich der Offshore-Technologie tätig sind – hier auch insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen – sowie an Unternehmen, die einen Einstieg in diesen Bereich planen. Die Vorträge in deutscher oder englischer Sprache werden wissenschaftliche oder praktische Themen beleuchten. Namhafte Firmen, das Gesundheitsamt und der Deutsche Wetterdienst haben ihre Teilnahme bereits angekündigt. Entsprechend der Vielfalt der Fachbereiche an der Fachhochschule Emden/Leer wird die komplette Offshore-Thematik beleuchtet. Erörtert werden also gesundheitliche, wirtschaftliche, reedereilogistische und technologische Aspekte.
Weitere Informationen: www.0ff2010.de
01.07.2010 - Emder Schlepp-Betrieb GmbH
30.06.2010 - 4. Bremer Schifffahrtskongress
3. und 4. September 2010 | Innside by Meliá Hotel Bremen
Auch in diesem Jahr werden sich wieder weit über 100 Fach- und Führungskräfte aus der maritimen
Wirtschaft, der Verwaltung und den Hochschulen treffen, um auf dem 4. Bremer Schifffahrtskongress
aktuelle Fragen der maritimen Aus- und Weiterbildung zu diskutieren.
Das Schwerpunktthema 2010 lautet:
„Lifelong Learning“ – Personalentwicklung der maritimen Wirtschaft
Mit Plenarveranstaltungen wird dabei die besondere Bedeutung von „Lifelong Learning” für den
Kompetenzaufbau, die Kompetenzentwicklung und schließlich den Kompetenzerhalt auf See und
an Land thematisiert. In drei Workshops sollen dann die aktuellen Anforderungen, Umsetzungsszenarien
und Erfolgsperspektiven für lebenslanges Lernen zum einen aus Sicht der Unternehmen, zum anderen
aus Sicht der Bildungseinrichtungen und letztendlich aus Sicht der Mitarbeiter reflektiert werden.
Mit diesem Kongress möchte die Hochschule Bremen allen deutschen Ausbildungsstandorten
ein Forum für Diskussion und Erfahrungsaustausch anbieten. Gleichzeitig soll eine Plattform für den
Dialog mit der maritimen Wirtschaft, der Politik, der Verwaltung und den Verbänden geschaffen
werden. Wichtige Kooperationspartner wie der Verband Deutscher Reeder, der Deutsche Nautische Verein,
die Hochschulen Bremerhaven, Flensburg und Wismar sind über das Programmkomitee direkt
in die Veranstaltungsvorbereitung eingebunden.
Weitere Informationen: www.bremer-schifffahrtskongress.de
30.06.2010 - Emder Schlepp-Betrieb GmbH
12.02.2010 - Allein an Bord unter lauter Seemännern
OZ-Serie (48) Maike Brinker arbeitet als einzige Schiffsmechanikerin beim Emder Schlepp-Betrieb
Sie machen Schiffe fest, verstauen Ladung, überwachen Tag und Nacht Schleusen, kümmern sich um Seeleute und bringen Urlauber nach Borkum - die Männer und Frauen, die im Emder Hafen arbeiten. In einer Serie stellt die OZ die Menschen und ihre Berufe vor. Heute: Schiffsmechanikerin Maike Brinker. VON HEIKO ABBAS
Emden - Gehörig auf Zack sein. Das ist die Grundvoraussetzung, um überhaupt auf einem Schiff arbeiten zu können, sagt Maike Brinker. Die Moormerländerin muss es wissen, denn sie arbeitet bereits seit über drei Jahren als Schiffsmechanikerin. „Aber man braucht auch ein dickes Fell. Gerade als Frau“, meint die 23-Jährige weiter. Derzeit arbeitet sie auf dem Schlepper „Finn“ des Emder Schlepp-Betriebs.
Zuvor war sie auch schon bei der AG Ems auf einer Fähre unterwegs und auf einem Rettungskreuzer der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Begonnen hat sie ihre Ausbildung beim Wasser- und Schifffahrtsamt. Überall war sie die einzige Frau in den Maschinenräumen. „Da muss man sich hin und wieder schon einen Spruch anhören.“ Das lege sich nach einiger Zeit aber wieder. „Wenn sich die Männer daran gewöhnt haben, dass ich genauso viel drauf habe.“
Wenn sie jetzt mit ihren Arbeitskollegen auf der „Finn“ in den Einsatz geht, muss sie die Schleppleinen festmachen, die Winden überwachen und den Abstand zum abgeschleppten Schiff per Handzeichen an den Kapitän weitergeben. „Die meiste Arbeit haben wir aber, wenn wir an der Pier liegen.“ Dann stehen Arbeiten auf dem Programm wie Roststellen an Deck ausbessern, abschleifen, färben und Winden abschmieren. Auch im Maschinenraum ist vieles zu tun: „Da überprüfen wir regelmäßig Leitungen und Sicherungen, tauschen alte oder defekte Teile aus.“ Da müsse man manchmal schrauben, bis man den Fehler finde. Am unangenehmsten sei das Auseinanderbauen der Fäkalienanlage, sagte Maike Brinker. „Das ist immer eine Sauerei und stinkt fürchterlich.“ Aber das gehöre eben auch dazu.
Die Idee, zur See zu fahren, hatte Maike Brinker schon früh. „Mein Vater war Schiffsmechaniker und ist jetzt Kapitän. Ich fand Schiffe schon immer faszinierend. Das liegt bei uns in der Familie.“ Dabei habe der Vater ihr sogar davon abgeraten. „Aber ich wollte das trotzdem.“ So begann Maike Brinkers Karriere auf dem Wasser bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. „Dort habe ich als Freiwillige gearbeitet. Das war enorm spannend, und da hat es mich gepackt.“ Am schönsten sei es, wenn man morgens bei Sonnenaufgang rausfahre. „Und auch wenn es nur bis zur Abholposition der Schiffe geht, die wir abschleppen sollen, ist das jedes Mal ein tolles Gefühl.“
Auf große Fahrt will Maike Brinker aber nicht gehen. „Da bin ich dann so lange von meinem Freund und der Familie getrennt, das wäre nichts für mich.“ Da arbeite sie lieber weiter im Emder Hafen. „Ich fühle mich hier wohl, habe tolle Kollegen und freue mich jedes Mal, wenn wir rausfahren.“
OZ 09.02.2010; Foto: Abbas
27.01.2010 - Wenn der Riese immer näher kommt
OZ-Serie (46) Guido Roß ist Schlepperkapitän beim Emder Schlepp-Betrieb / "Finn" hat 3000 PS
Sie machen Schiffe fest, verstauen Ladung, überwachen Tag und Nacht Schleusen, kümmern sich um Seeleute und bringen Urlauber nach Borkum - die Männer und Frauen, die im Emder Hafen arbeiten. In einer Serie stellt die OZ die Menschen und ihre Berufe vor. Heute: Schlepperkapitän Guido Roß. VON HEIKO ABBAS
Emden - Langsam schiebt sich der 180 Meter lange und 32 Meter breite Koloss „Bangkok Highway“ durch den Dollart. Nur einige Meter vor dem Autotransporter fährt die „Peter Wessels“ und wartet auf die Bugleine des Ozeanriesen. Als die Schlepperbesatzung die Leine fest macht, liegen gerade fünf Meter zwischen dem 26 Meter langen Schlepper und dem mit 5000 Wagen beladenen Transporter.
„So etwas machen wir jeden Tag. Jetzt bugsieren wir ihn an die Pier“, sagt Guido Roß, der das Manöver vom Schlepper „Finn“ aus beobachtet. Er ist zusammen mit seiner Besatzung für das „Randrücken“ zuständig. „Wenn der Kahn gedreht ist, drücken wir ihn an die Pier.“
Bereits seit gut eineinhalb Jahren arbeitet der 30-Jährige für den Emder Schlepp-Betrieb. Als Kapitän auf dem Schlepper „Finn“ ist er nicht nur für seine vierköpfige Besatzung verantwortlich, sondern auch für Millionen Euro, die am anderen Ende des Schleppkabels hängen. „Da darf man keinen Fehler machen.“
Gerade jetzt, beim Herstellen der Schleppverbindung, hat ein Fehler die schlimmsten Folgen. „Wenn der Frachter noch zu schnell ist, überrollt er einen einfach. Da sind mehrere Tausend Tonnen in Bewegung.“ Immer noch bekomme er jedes Mal ein mulmiges Gefühl. „Gerade bei Nebel muss man höllisch aufpassen. Wenn man nur ein paar Meter weit gucken kann und dann auf einmal die Bugspitze fünfzehn Meter über einem aus der Suppe kommt.“
Nach einigen Handgriffen ist die Leine zwischen der „Bangkok Highway“ und dem Schlepper gespannt. Am Heck hängt mittlerweile der zweite Schlepper „Radbod“. Dirigiert wird alles vom Lotsen auf der Brücke des Autotransporters, den die „Finn“ zuvor an Bord gebracht hatte. „Lotsen auf die Schiffe zu bringen, gehört auch dazu.“
Das ist es auch, was Guido Roß an seinem Beruf mag: die Abwechslung. „Wir haben es mit vielen verschiedenen Schiffen zu tun, Kreuzfahrern, Containerschiffen oder Autotransportern.“ Das sei jedes Mal eine Herausforderung. Sein Kollege Stefan König sagt: „Man wird immer wieder überrascht. Auch von den Besatzungen der Schiffe.“ König ist seit 13 Jahren Schlepperkapitän und kommandiert die „Radbod“.
Die hängt jetzt quer hinter dem Autotransporter und beginnt das Wendemanöver. „Wir bringen das Schiff gleich so an die Pier, dass es nach dem Ent- und Beladen direkt ablegen kann“, erklärt Guido Roß. Nach einer Viertelstunde ist der Frachter in Position und wird an die Pier gedrückt. Hier setzt Guido Roß nun die fast 3000 PS der „Finn“ ein. Nach einer Stunde ist das ganze Manöver abgeschlossen und die „Bangkok Highway“ lässt die riesige Ladeklappe herunter.
Doch der nächste Auftrag für Guido Roß und seine Kollegen wartet schon. „Dann wollen wir mal wieder.“
OZ 26.01.2010; Foto: Abbas
12.08.2009 - 3. Bremer Schifffahrtskongress, 25. und 26. September 2009
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchten wir Sie im Namen der Hochschule Bremen und ihrer Kooperationspartner auf den 3. Bremer Schifffahrtskongress hinweisen, der am 25. und 26. September wieder im Speicher XI in der Bremer Überseestadt stattfinden wird. Programm, Anmeldung und einen Hinweis finden Sie hier:
3. Bremer Schifffahrtskongress 2009
Mit freundlichen Grüßen
Emder Schlepp-Betrieb GmbH
15.04.2005 - "U32" wird startklar für Erprobung gemacht
Das mit einer Brennstoffzellentechnik angetriebene U-Boot "U32" wird bei der Nordseewerke GmbH derzeit auf die zweite Erprobungsfahrt vorbereitet. In der kommenden Woche soll das Unterseeboot die Emder Werft für diese Zwecke verlassen. Insgesamt vier dieser Schiffe werden zusammen mit der Kieler Werft HDW für die Bundesmarine gebaut.OZ 15.04.2005; Foto: Doden
11.01.2005 - Autotransporter "Cosmo Spirit" war gut gesichert
Kräftig geschüttelt hat der Sturm am Wochenende auch an den Leinen der "Cosmo Spirit" im Emder Hafen. "Doch der Autotransporter war vorschriftsmäßig gesichert", sagte Hafenkapitän Frank Herbig. Es habe zu keiner Zeit die Gefahr bestanden, dass sich der Frachter losreißen konnte. So sorgten 20 Sicherungsleinen und die Schlepper "Radbod" und "Peter Wessels" dafür, dass die Schiffe nicht weiter als zwei Meter von der Kaimauer weggedrückt werden konnten. OZ 11.01.2005; Foto: Doden
10.01.2005 - Orkantief über Emden
Im Emder Hafen waren die Kräfte des Sturms besonders gut im Außenhafen zu verfolgen. Der Autotransporter "Cosmo Spirit" war mit zusätzlichen Leinen gesichert und musste obendrein mehrere Stunden von drei Schleppern der Emder Schlepp-Betrieb GmbH an den Kai gedrückt werden.
Gegen den Sturm: Die Schlepper "Radbod", "Fritzen II" und "Peter Wessels" halten den Autotransporter "Cosmo Spirit" am Kai fest.
EZ 10.01.2005; EZ-Bild: Leding
29.09.2004 - Immer eine Handbreit Wasser zwischen Schleuse und Ponton
Riesenkran und Windkraftanlagen-Teile auf Plattform zum Südkai geschleppt. Millimeterarbeit war gestern Vormittag in der Großen Seeschleuse gefragt. Der Riesenponton mit Kran für den Bau der ersten Windkraftanlage im Wasser hinter dem Südkai musste vom Containerterminal am Nordkai zur Baustelle in der Ems geschleppt werden. "RADBOD", "PETER WESSELS" von der Emder Schlepp-Betrieb GmbH und "WATERGEUS" von der Firma Wagenborg aus dem niederländischen Delfzijl zogen den 37 Meter breiten und 100 Meter langen Ponton "UR 161" der norwegischen Firma "Ugland" die Strecke vom Nordkai zum Zielpunkt in Höhe des Südkais. Die Niederländer halfen im Hafen aus, weil nicht alle Emder Schlepper für diese Operation zur Verfügung standen. Für solche Situationen gibt es ein entsprechendes Abkommen zwischen dem Emder Schlepp-Betrieb und den Delfzijlern.
Hochwasser ausgenutzt
Zwei Emder Lotsen begleiteten das Verholen des Pontons mit dem hundert Meter hohen Kran und Teilen der Windenergieanlage. Sie hatten wenige Tage zuvor die Aktion intensiv mit dem Schiffsagenten für die "UR 161", der Ems Ports Agency & Stevedoring (EPAS), durchgesprochen und einen Zeitplan festgelegt. "Wir mussten das Hochwasser ausnutzen", sagte Lotsenältermann Gerd Köhler auf Anfrage der Emder Zeitung. Das knifflige Unterfangen - nur drei Meter ist der Ponton schmaler als die Große Seeschleuse - lockte knapp zweihundert Schaulustige an. Sie beobachteten das Manöver vom Binnen- und Außenhaupt der Seeschleuse aus. Ohne Schwierigkeiten konnte der Ponton wieder die Große Seeschleuse verlassen. Die Fahrt war ungleich schwieriger als vor rund zwei Wochen. Damals musste nur der Ponton ohne Kran in den Hafen bugsiert werden - ebenfalls Millimeterarbeit (wir berichteten), doch ohne hohe Aufbauten war der Ponton längst nicht so windempfindlich wie gestern.
40 Meter vorm Deich
"Es ist alles sehr gut gelaufen, wir sind zufrieden", sagte Dirk Warnecke von der Firma Enova aus Bunderhee. Enova gehört zusammen mit dem Auricher Windkraftanlagenbauer Enercon und dem Energie-Versorger EWE AG in Oldenburg zu einem Konsortium, das eine 4,5 Megawatt-Enercon-Windmühle gewissermaßen als Pilotanlage für Windenergie-Anlagen auf See errichtet. Erstmals werden am kommenden Wochenende, sofern der Zeitplan eingehalten werden kann, die 52 Meter langen und 20 Tonnen schweren Rotorblätter direkt auf dem Ponton an die Nabe montiert und dann komplett auf den 100 Meter hohen Turm an die Gondel gesetzt. Warnecke: "Das ist eine echte Herausforderung, aber so müsste es auch bei reinen Offshore-Anlagen gemacht werden."
Die Enercon 4,5 Megawatt-Stromwindmühle vom Typ E-112 ist die erste, die im Wasser entsteht. Ihr Standort befindet sich etwa 40 Meter vor dem Flussdeich. Bei Hochwasser steht dieser Bereich rund zwei Meter unter Wasser. In diesen Tagen wird die Windmühle - es ist die vierte E-112 in Deutschland - zusammengebaut. Vor zwei Jahren entstand die erste Enercon-Mähle dieser Größe in Magdeburg, es folgten die Anlagen in Wilhelmshaven und im Wybelsumer Polder. Dort wird gerade ein weiteres E-112 Windrad gebaut. Die Windmähle am Sädkai wird jedoch etwas eher fertig und ist damit die vierte dieser Art in Deutschland.
"Es folgt noch eine zweite E-112, etwa 600 Meter von hier, ebenfalls im Wasser", kändigte Warnecke an. Dort ist Enova allerdings nicht mehr beteiligt. "Es wird aber eine Enercon-Anlage werden", sagte Ludger Janßen, Enercon-Projektleiter fär die Montage am Sädkai.
15 Menschen arbeiten zur Zeit an der Aufstellung des Windrades. Das erste Segment, es ist 250 Tonnen schwer, konnte gestern bei Hochwasser noch auf das vorbereitete Fundament am Sädkai gesetzt werden. Janßen: "Es hat alles sehr gut geklappt, und wir sind gut vorangekommen " Der hundert Meter hohe Turm besteht insgesamt aus vier Segmenten. Dazu gehören noch eine etwa 135 Tonnen schwere Gondel und ein Generator mit einem Gewicht von 220 Tonnen. Rund 170 Meter beträgt die Gesamtlänge der Anlage bis zur Rotorblattspitze. Bei durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten produziert die Anlage pro Jahr etwa 15 Millionen Kilowattstunden. Das entspricht in etwa dem Strombedarf von 15 000 Menschen.
von EZ-Redakteurin Ute Lipperheide
12.08.2004 - ESB im Blickpunkt
Am 12. August 2004 wurde das Offshoreforschungsschiff "Kingfisher" nach einer Havarie von den Schleppern "Radbod" und "Peter Wessels" zur Reparatur in den Emder Hafen geschleppt. Nördlich von Borkum war im Maschinenraum des Schiffes ein Brand ausgebrochen, der von der Besatzung selbst gelöscht werden konnte (siehe Bericht des GA). Liegeplatz der "Kingfisher" (Heimathafen Haugesund in Norwegen) während der Reparaturzeit war der Emder Südkai. Das Bild zeigt den Schleppverband beim Einlaufen in die Große Seeschleuse.Bild: Doden
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